Verbände und Lehrende sind oft verstrickt in Kommerz, Lobbyismus und Loyalität

Anstatt falsche Lehr-Inhalte zu korrigieren werden Forschungen ignoriert und Fakten kleingeredet

Zudem ist ihr traditionell-esoterischer Moralkodex unvereinbar mit Güte-Kriterien westlicher Erwachsenenbildung

Mein Alternativ-Ansatz schafft ein umfassendes Korrektiv für häufige Fehlentwicklungen wie Fundamentalismus und Folklore

Kern-Bereiche sind Lernen und Lehren nach ideologie-freien Standards, Fakten-Treue, Unabhängigkeit und innere Weiterentwicklung

Drei Dimensionen - Übergeordnete Perspektiven

Tai Chi und Qigong Richtig Lernen in drei Stufen / dreidimensional statt eindimensional

Meine These: Die gängigen Lehrerausbildungen deutscher und internationaler Taiji-Qigong-Verbände beruht auf einem unzureichendem Ansatz. Es ist lediglich eindimensional und verunmöglicht es, grundlegende Themen in übergeordneten Zusammenhängen sachgerecht und angemessen zu diskutieren und zu studieren. Somit läßt es kaum Spielraum für Weiterentwicklung.

Doch es gibt eine gangbare Alternative: Immer mehr Praktizierende nutzen das dreidimensionale Lern-Modell "Richtig Lernen" des Dt. Taichi-Bundes (DTB). Es ist ganzheitlich, weltanschaulich neutral und trägt das Qualitätssiegel für Weiterbildung. Es wurde entwickelt von DTB-Ausbilder Dr. Stephan Langhoff auf der Basis seiner sino-japanischen Forschungen. Viele freuen sich, beim DTB ein wirklich umfassendes, strukturiertes Modell gefunden zu haben, innerhalb dessen sich alles viel plausibler und realistischer erklären läßt. Es bleibt zu hoffen, dass sich noch mehr solcher Praktizierender darüber klar werden, dass so der sinkenden Reputation östlicher Gesundheitsübungen kein Einhalt geboten werden kann. Ein guter Lehrer sollte ungleich besser aufgestellt sein, um seiner Verantwortung seinen Schülern gegenüber gerecht zu werden!

Leider ist jedoch weiterhin ein großer Teil der bundesdeutschen Lehrerschaft mit ihrer unzureichenden, eindimensionalen Kompetenz zufrieden. Organisiert in ihren Verbänden tragen sie loyal deren Vorgaben mit, obwohl diese nachweisbar falsch sind. Ganz klar geht es in solchen Gemeinschaften um Lobbyismus und das kalkulierte Etikettieren von Taijiquan und Qigong als eine "Handelsware", deren Werthaftigkeit und Einzigartigkeit es zu beschwören gilt - koste es was es wolle (s. Essay "Taijiquan and Qigong as a commodity").

Solche Lehrer erfüllen sich lediglich ihre Sehnsüchte nach einer "heilen Welt". Sie folgen offenbar dem Motto "Ich bin ok - die Welt ist schlecht" oder "ich male mir die Welt, wie es mir gefällt". Sie suchen den verlorenen Schlüssel lieber reflexhaft unter der Laterne, weil es dort heller ist. Oder um eine andere Metapher zu verwenden: Sie merken nicht, dass sie ihre Leiter an der falschen Wand aufgestellt haben.

Das dreimeinsionale DTB-Lernmodell und die Vorteile gegenüber gängigen "eindimensionalen" Ausbildungen

Weltweit gibt höchst unterschiedliche Lern-Modelle in den Lehrer-Ausbildungen östlicher Übesysteme. Untersucht man die Verhältnisse in Deutschland, so stößt man schnell auf sehr uneinheitliche Kriterien, die von Kampfkunst über Gesundheitsförderung bis zur Meditation und Spiritualität reichen. Bei aller Verschiedenheit erkennt man als eine gemeinsame Kern-Idee die beschränkte Eindimensionalität des Lernfortschritts: Der Praktizierende soll immer besser werden. Doch ist das wirklich schon "Richtiges Lernen"? Dr. Langhoff verneint dies und stellt der gängigen Auffassung sein dreidimensionales Lern-Modell gegenüber. Pate standen das chinesische Konzept von "Himmel-Erde-Mensch" und die japanische Philosophie des "SHu-HA-RI". Siehe auch Himmel Erde Mensch

Korrektes Lernen und Lehren spielt in jeder qualifizierten Lehrerausbildung eine entscheidende Rolle und auch in praktisch jedem Buch wird erklärt, wie richtiges Lernen geht. Vieles von dem, was früher empfohlen wurde gilt heutzutage als überholt - man denke nur an die verbesserten Möglichkeiten des Selbststudiums wie DVDs und Online-Lernen. Doch ebenso wie gestern gilt auch heute, Fehler und Irrtümer - wenn irgend möglich - zu vermeiden und das Lernen zu optimieren.

Wenngleich Ziele und Ansprüche des Einzelnen stets individuell bleiben werden, kann man bezüglich des Richtigen Lernens in der Qigong- und Taiji-Szene folgende m. E. viel zu kurz gedachte Auffassung beobachten und verallgemeinern: Generell sind viele Lehrer und Schüler offenbar bereits zufrieden, wenn sie beständig besser werden. D. h. für sie bedeutet Qigong und Tai Chi "Richtig zu erlernen", immer besser zu werden im Üben, Verstehen und Anwenden der zugrundeliegenden Prinzipien.

Dies möchte ich kritisieren und mich ganz klar dazu distanzieren, weil ich es für oberflächlich halte. Es ist sozusagen ein eindimensionaler Entwicklungsweg zum immer besseren Beherrschen und Verstehen der Formen und Prinzipien. Ich glaube, man kann auf diese eindimensionale Art nur die Oberfläche touchieren. Dafür haben die Chinesen ein Sprichwort: Wer leichten Fußes die Welt durchmißt, wird von ihr auch nur leicht berührt.

Es gibt ein "Richtig-Lernen" auf drei unterschiedlichen Ebenen des Lern-Fortschritts - mein Lern-Modell nach der Gestalt-Theorie.  Eine Ganzheit ist mehr als die Summe der Teile - und etwas ganz anderes. So ist es auch beim richtigen Lernen östlicher Künste wie Taiji oder Qigong.  Es sollte jedoch jeder Interessierte darüber informiert sein, bevor er seine eigene Entscheidung trifft, welcher Weg für ihn der richtige sein könnte. Glücklicherweise kann sich ja auch jeder zu jedem Zeitpunkt seine Entscheidung revidieren.

 

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